Ferdinand Hodler 1853–1918
Der Buchenwald, 1885/1890

Öl auf Leinwand
102 × 131 cm
A I 403
Schenkung Frau Erica Peters im Andenken an Herrn Dr. Rudolf Schmidt, 1971
Ausgestellt

Wie mit der "Lawine" nahm Hodler mit dem Buchenwald an einem Wettbewerb teil, dem Concours Calame. Zur Aufgabe gehörte die Darstellung eines morgendlichen Waldinterieurs mit vier Holzfällern. Hodler suchte sein Motiv im sogenannten ‹Bois des frères› beim Genfer Vorort Châtelaine. Um 1890 übermalte er drei Figuren und um 1904 fügte er links schemenhafte Figuren in langen Gewändern hinzu. Der Buchenwald gilt als Programmbild für Hodlers Kompositionsprinzip des Parallelismus. Er verstand darunter den Ausdruck der in der Natur empfundenen, alles umfassenden Einheit durch die serielle Wiederholung gleicher oder ähnlicher Elemente. Hier sind es die schlanken Baumstämme im winterlichen Wald und die diagonalen Schlagschatten. Mit der über die ganze Bildfläche regelmässigen linearen Struktur setzte Hodler einen noch heute modern wirkenden Kontrapunkt zu einer traditionell komponierten Landschaft.



Franz Müller