Albert Lugardon 1827–1909
Die Jungfrau, vor 1896

Öl auf Leinwand
160 × 260 cm
C I 7
Depositum der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur, 1896
Ausgestellt

Das monumentale Format des Bergbildes «Die Jungfrau» ermöglicht ein unmittelbares Erleben der Hochgebirgswelt. Der naturalistische Stil und die sukzessive in die Bildtiefe angelegte Komposition verstärken die illusionistische Wirkung. Das Werk ist in drei Fassungen bekannt, wobei es sich hier um die grösste und bedeutendste handelt. Als Schüler von Alexandre Calame (1810–1864) wendete sich Lugardon vom Pathos der Spätromantik seines Lehrers ab, um als Bergsteiger und Foto-Pionier die Alpenwelt möglichst wirklichkeitsnah zu erleben. Grösse und Wirkung des Bildes waren inspiriert von den damaligen Grosspanoramen, vor allem vom heute zerstörten «Panorama des Alpes Bernoises» (1891/92), das seine Genfer Kollegen Auguste Baud-Bovy (1848–1899), Eugène Burnand (1850–1921) und François Furet (1848–1919) für die Weltausstellung in Chicago (1893) malten.



Christoph Vögele